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MELT - Konzept und Ziele


MELT wurde mit dem Ziel konzipiert, für Nutzerinnen und Nutzer von Internet-Unterrichtsressourcen Metadaten bereitzustellen, mit deren Hilfe sie besser als bisher Materialien finden können, die ihren Bedürfnissen entsprechen, wobei sprachliche und kulturelle sowie methodisch-didaktische berücksichtigt werden.
Überall in Europa bieten schon jetzt Erziehungsministerien und andere Produzenten von Unterrichtsmaterialien den Schulen große Kataloge und entsprechende Bestände von Online-Unterrichtsmaterialien an.
Doch mit dem Anwachsen der Bestände wachsen die Ansprüche an die Qualität der Metadaten. Genauere und detailliertere Beschreibungen der Ressourcen sind für Lehrende und Lernende der Schlüssel zum schnelleren und leichteren Auffinden der in einem je spezifischen Kontext benötigten Materialien.
Die Anreicherung der Lerninhalte mit Metadaten soll nicht nur deren Auffinden erleichtern, sondern beispielsweise auch Entscheidungshilfen dafür geben, ob bzw. wie die unterschiedlichen Materialien für unterschiedliche Unterrichts- oder Lernformen geeignet sind und auch, in welchem Maß die Inhalte in anderen Kontexten nutzbar sind, unabhändig von Speicherort und Sprache.

Der MELT-Ansatz
MELT ist ein Projekt zur Anreicherung von Inhalten, das vom Programm der Europäischen Kommission eContentplus gefördert wird. Im Projekt arbeiten 17 öffentliche und private europäische Anbieter von Lerninhalten zusammen.
Unter Nutzung einer technischen Basis („brokerage system“), das im vorangehenden CELEBRATE-Projekt im Rahmen des IST-Programms der Europäischen Kommission entwickelt wurde, sollen die Angebote vernetzt werden, so dass Lehrende und Lernende im Rahmen einer zentralen übergreifenden Suche („federated search“) Zugriff auf alle MELT-Inhalte haben.
Um für diese Inhalte zusätzliche und verbesserte Metadaten zu generieren, wird MELT drei unterschiedliche Ansätze implementieren:
  • Ein Teil der MELT-Ressourcen wird durch Dokumentare und speziell vorbereitete Lehrerinnen und Lehrer angereichert.
  • Lehrerinnen und Lehrer erhalten Tools (Stichworte „folksonomy“ und „social tagging“), mit denen sie die von ihnen genutzten Materialien mit zusätzlichen Metadaten versehen können
  • Mithilfe neuer technischer Verfahren werden bestimmte Metadaten automatisch generiert.

    Warum „folksonomies“ und „social tagging“?
    Ein wesentlicher Grund liegt darin, dass Evaluatoren im Kontext des Projekts CELEBRATE beobachtet haben, dass Metadaten, die durch Experten erstellt worden sind, nicht immer berücksichtigen (können), in welcher Form eine Ressource von erfahrenen Lehrkräften tatsächlich eingesetzt wird.
    Ein Dokumentar mag beispielsweise entscheiden, dass eine Ressource dem Typ „drill and practice“ (Übungsprogramm) zuzuordnen ist, Lehrkräfte sind dagegen durchaus in der Lage, diese Ressource in unterschiedlichsten anderen Kontexten zu nutzen – bis hin zum selbstbestimmten Lernen in Gruppen..
    Der Ausgangpunkt von MELT ist daher, dass wir Metadaten benötigen, die genauer als bisher beschreiben, wie Lernressourcen tatsächlich eingesetzt werden, und dass Lehrerinnen und Lehrer selbst die Möglichkeit und die entsprechenden Tools haben sollten, den von ihnen genutzten Ressourcen eigene Metadaten hinzuzufügen.

    Evaluation
    Um den tatsächlichen Nutzen dieser neuen Form der Generierung von Metadaten beurteilen zu können, wird ein Internet-Portal für Schulen entstehen, über das Unterrichtende und Lernende auf die MELT-Inhalte zugreifen können.
    Die Bewertung der MELT-Arbeiten erfolgt über die Rückmeldungen von Lehrerinnen und Lehrer, die in Form von Fokusgruppen, Sommerschulen und vier Pilotschul-Clustern (Österreich, Belgien, Finnland und Ungarn) mit insgesamt ca. 40 Grund- und Sekundarschulen zusammenarbeiten.

    Erwartete Ergebnisse
    MELT wird eine skalierbare und kosteneffektive Lösung für europäische Content-Anbieter bereitstellen, die damit konfrontiert sind, dass sie mehr und bessere Metadaten produzieren müssen.
    Im Einzelnen werden im Rahmen des Projekts mehr als 37.000 Lernressourcen und 97.000 Lern-Assets mit Metadaten angereichert, womit:
  • die Nutzung von Inhalten über Fächergrenzen hinweg innerhalb der Länder erleichtert wird;
  • die Nutzungsmöglichkeiten von Inhalten in unterschiedlichen Regionen eines Landes erweitert werden;
  • neue Möglichkeiten der Nutzung von Inhalten aus anderen Ländern entstehen;
  • ein Grundstock für einen gesamteuropäischen Austausch von Lernressourcen für Schulen geschaffen wird.